Rüdiger Platzek

Unsere Trainer auf Mallorca im Gespräch | Ein Interview zum Zermatt Marathon

 

Sabine Wagner: Lieber Rüdiger,  in diesem Jahr machst Du das Dutzend voll: Zum 12. Mal läufst Du den Zermatt Marathon – und genauso lange unterstützt Du auch schon das Team Laufcampus als Co-Trainer beim Marathoncamp. Was macht den Zermatt Marathon für Dich so besonders?

 

Der Zermatt Marathon war gleichzeitig auch mein allererster Marathon und hat daher einen unverrückbaren Stellenwert in meinem Leben. Bis dato war es für mich eher unüblich, mehr als ein Mal an ein und demselben Ort „Urlaub“ zu machen. Das hat sich mit meiner Teilnahme am Zermatt Marathon grundlegend geändert. Die immer wieder andere Zusammensetzung unserer Campteilnehmer lässt es auch für mich immer wieder zu einem neuen und einzigartigen Erlebnis werden. Das empfinden offenbar auch viele andere „ehemalige“ Teilnehmer, die sich nicht nur zum Wiederholungslauf in Zermatt, sondern insbesondere zur wiederholten Teilnahme im Laufcampus Zermatt Marathoncamp entscheiden. 

 

Warum würdest Du anderen Läufern gerade diesen Marathon – und die Laufreise – empfehlen?

 

Hier ist einfach alles perfekt. Neben der wirklich guten Organisation durch den Veranstalter bietet dieses Camp obendrein ein besonderes Erlebnis. Natürlich ist die Vorbereitungswoche in erster Line für die Akklimatisation an die Höhe gedacht. Wir werden hier eine Woche lang gemeinsam auf immerhin 1600m verbringen. Das schönste dabei ist jedoch die tolle Stimmung im Camp. Wir stimmen uns gemeinsam auf den Höhepunkt –dem Marathonlauf am Samstag– ein. Dann reisen wir alle gemeinsam in der Gruppe zum Start an. Im Ziel warten die meisten Camp-Teilnehmer bis der Letzte aus der Gruppe ebenfalls im Ziel ist und danach reisen wieder gemeinsam zum Hotel zurück. Am Abend nach dem Lauf tauschen alle Ihre Erlebnisse aus. Eine Bildershow über die gemeinsame Vorbereitungswoche sowie den Marathonlauf runden dieses Erlebnis am Abreisetag ab. 

 

Und warum kann ich nicht einfach zum Marathon anreisen?

 

Der Zermatt Marathon ist halt was ganz Besonderes, den sollte man nicht einfach im Vorbeigehen „mitnehmen“. Die meisten Läufer kommen aus flacheren Gefilden und sind die dünne Luft in der Höhe nicht gewohnt. Die Nähe zur Schweiz täuscht über die doch unterschiedlichen klimatischen Bedingungen hinweg. Daher empfehle ich Jedem ein paar Tage vorher anzureisen –idealerweise eine Woche vorher- und sich langsam an die Bedingungen in der Höhe anzupassen. Das Laufcampus Zermatt Marathon Camp hat genau das zu Ziel. Gleichzeitig werden hier die Teilnehmer auf Ihr Highlight eingestimmt und erhalten die letzten Tipps und Tricks. Das Training sollte ohnehin mindestens eine Woche vor dem Lauf abgeschlossen sein und im Camp wird darauf geachtet, dass sich Niemand mehr kurz vor dem Lauf noch aus falsch gemeintem Ehrgeiz überfordert. Ich erlebe es jedes Jahr wieder, wie diejenigen die erst kurz vorher anreisen die super Stimmung derjenigen ganz neidvoll mitbekommen, die schon fast eine Woche vor Ort sind. Für manch einen ist das Motivation im nächsten wieder zu kommen und dann eine ganze Woche vorher einzuplanen.

 

Welche Voraussetzungen sollte ein Läufer erfüllen, um am Marathoncamp teilnehmen zu können?

 

Selbstverständlich muss man mindestens wie für einen Flachmarathon austrainiert sein. Idealerweise sollte man auch schon Marathonerfahrung haben. Allerdings treffe ich jedes Jahr wieder Teilnehmer, die –wie ich bei meiner ersten Teilnahme auch– diesen Lauf als ersten Marathon absolvieren. Bislang habe ich noch keinen Teilnehmer kennen gelernt, der nicht ausreichend gut vorbereitet an den Start gegangen ist. Der Respekt vor diesem Lauf motiviert offenbar die Meisten sich ausreichend auf diesen Lauf vorzubereiten. Die Trainingsvorbereitung sollte regelmäßige Kraftausdauereinheiten (z.B. Treppentraining oder Hügelfahrtspiele) beinhalten.

 

Kann man auch ohne alpine Erfahrung an diesem Bergmarathon teilnehmen?

 

Eindeutig ja! Knapp 2000 Höhenmeter hören sich viel an, sind es auch! Allerdings können die Meisten Teilnehmer diesen Marathon ohnehin nicht durchlaufen. Daher lassen sich die Kräfte bei diesem Marathon aber auch sehr gut einteilen, indem man die steilen Passagen entsprechend „wandert“.

 

Was war Dein schönstes Erlebnis beim Zermatt Marathon?

 

Der Zieleinlauf zu meinem ersten Zermatt Marathon wird für mich immer unvergesslich bleiben.

 

 Gibt es noch etwas, was Du interessierten Läufern mit auf den Weg geben möchtest?

 

 Ich denke für jeden der den Zermatt Marathon bestreitet wird dieses ein einmaliges Erlebnis werden. Die meisten werden sich bestmöglich darauf vorbereiten und wollen dementsprechend auch eine gute, schnelle Zeit laufen. Allerding vergisst man dabei leicht, dass dieser Marathon nicht mit anderen Marathons vergleichbar ist, auch nicht mit anderen Bergmarathons. Daher glaube ich dass jede Minute die man „früher“ ankommt, im Sinnes des persönlichen Erlebniswertes ist eine „verschenkte“ Minute ist.