Gisela Butz

Unsere Trainer auf Mallorca im Gespräch | Ein Interview zum Laufcampus Runningcamp "Run & Hike"

 

Sabine Wagner: Hallo Gisela, seit 2011 gibt es Laufcampus Laufseminare auf Mallorca. Du kennst sie alle – hast Du einen persönlichen Favoriten?

Gisela Butz: Ich war bisher bei jedem Camp dabei. Und ja, ich habe einen Favoriten, absolut. Seit 2015 bieten wir das Seminar „Run & Hike" an. Hier wird im Tageswechsel entweder mit der Gruppe gelaufen oder gewandert. Bei den Wanderungen kommen wir an Ecken auf der Insel, wo weder der Radfahrer noch der Läufer unterwegs ist, oft sind wir ganz allein auf den Pfaden unterwegs und das macht es für mich soooo reizvoll.

 

„Run & Hike“ ist eines der jüngsten Camps. Das klingt ja verführerisch – was ist besonders an diesem Camp?

Das Camp, beginnt wie die anderen auch, samstags. Am Sonntag, dem ersten vollen Tag, startet die Gruppe direkt beim PMM (Palma de Mallorca Marathon), entweder auf der Marathon-, Halbmarathon- oder der 10-km-Strecke. Wir haben sofort ein tolles Gruppenerlebnis, und dann kommt der Montag mit der ersten Wanderung. Hier haben wir direkt die Möglichkeit, die Erlebnisse vom Sonntag noch einmal nachzuerzählen. Oder aber, Massio oder Ute, die die Wanderungen vom Grupotel Natur anführen, entführen uns direkt in die pralle Natur der Insel und wir vergessen die Strapazen des sonntäglichen Laufs sofort, weil wir so viele neue tolle Eindrücke  bekommen.

 

Erzähl uns mehr darüber, was macht das Camp und die Strecken aus?

Das Unterwegssein in der Natur lassen einen alles vergessen, was uns im Alltag so beschäftigt. Wir tauchen ab in die Schönheiten der Insel und entschleunigen unweigerlich. Es zählen nicht die erwanderten oder gelaufenen Kilometer, sondern die Ausblicke, das Erlebnis in der Gruppe, das Picknick auf dem Berggipfel oder der gefundene Stein in seiner besonderen Maserung.

 

Muss ich denn als Läufer(in) besonders erfahren und gut vorbereitet sein, um die Strecken dieses Camps bewältigen zu können?

Bisher haben wir das Camp „Run & Hike“ zweimal durchgeführt und beide Male waren auch nichtlaufende Partner dabei. Für beide, Läufer und Nichtläufer war es ein schönes Erlebnis, an den Wandertagen etwas so Schönes gemeinsam zu erleben.
Die Nichtläufer haben an den Lauftagen sich ein Fahrrad gemietet und haben entweder die Laufgruppen begleitet oder sind auf eigene Faust losgezogen.

 

OK, ich bekomme also mehr von der Insel zu sehen, das ist natürlich toll. Was hat das Camp denn sonst noch zu bieten?

Bei den „normalen“ Laufcamps machen wir morgens Yoga, um 10:30 Uhr wird gelaufen und am Nachmittag ist je nachdem noch einmal ein Programmpunkt. Abends ist sowieso immer Programm.
Beim „Run & Hike“ Camp sind wir mit An- und Rückfahrt an den Wandertagen mitunter 8 Stunden unterwegs. Das schweißt zusammen, wir erzählen uns viel, wir erfahren unendlich viel von jedem einzelnen. An Ende der Woche sind wir alle traurig, dass die schöne Zeit vorbei ist. Ach übrigens, das morgendliche Yoga wird auch bei diesem Camp natürlich angeboten. Und auch auf die wichtigen abendlichen Vorträge muss man bei diesem Camp auch nicht verzichten.

 

Wie sieht denn so der typische Teilnehmer aus? Gibt es den? Und gibt es eine typische Altersstruktur?

Bei diesem Camp ist alles dabei, von 20-70 Jahren. Man sollte gut zu Fuß sein, sich auch mal gerne auf ein kleines Abenteuer einlassen wollen und Freude an der Bewegung haben.

 

Aus Deiner Sicht: Was sind die drei wichtigsten Gründe, warum man dieses Camp einfach einmal gemacht haben sollte?

Ich habe mindestens 5 Gründe ;-)

  1. Man erfährt während der Wanderungen eine Menge über die Insel und deren Bewohner, denn sowohl Massio als auch Ute kennen beides wie Ihre Westentasche.
  2.  Die Läufe sind sehr abwechslungsreich und es beginnt gleich mit einem Wettkampf am Sonntag. Dienstag laufen wir durch einen Naturpark, Donnerstag erkunden wir läuferisch die abgelegenen Straßen gesäumt von Mandelbäumen, Orangenplantagen und Feigensträuchern. Am Samstag, dem Abreisetag, laufen wir sehr früh am Morgen durch ein Pinienwäldchen zum Strand, hier werden die Laufschuhe und Socken in die Hand genommen und wir laufen am Meer dem Sonnenaufgang entgegen. Ein Traum! Am Montag, Mittwoch und Freitag wandern wir.
  3. Die Natur, die Landschaft, die Ausblicke, das gemütliche Miteinander während einer Wanderung ist einfach wunderschön.
  4. Ich habe in dieser Woche so viele Erlebnisse, das würde auch für mehrere Wochen reichen. Einen Wettkampf, drei wunderschöne Wanderungen auf einer der schönsten Inseln, drei abwechslungsreiche Läufe und dann zum Schluß, bevor es ins wahrscheinlich kühle Oktoberdeutschland geht, einen Lauf, barfuß am Strand dem Sonnenaufgang entgegen. Das brennt sich ein und beflügelt für die nächsten Wochen am Arbeitsplatz.
  5. Bei diesem Camp sind die „Lauftage“ nicht so entscheidend, hier geht es wirklich um die Wanderungen, und diese sind unvorstellbar schön. Mal wandern wir im Tramuntana Gebirge, mal an einer Steilküste und erkunden kurzfristig eine Höhle, oder wir wandern durch die vielfältigen Gebirge auf der Insel und können uns zum Schluß noch einmal im Meer abkühlen. Alles schon erlebt und sehr genossen.