Andrea Löw

Unsere Trainer auf Mallorca im Gespräch | Ein Interview zum Laufcampus Trailrunningcamp 

 

Sabine Wagner:  Hallo Andrea, du bist im Februar/März 2017 zum vierten Mal beim Laufcampus Trailrunning Camp dabei, davon zum dritten Mal als verantwortliche Headtrainerin. Was macht für dich die Faszination Trailrunning aus?

Andrea Löw:  Das kann ich gar nicht in wenigen Worten sagen, es ist so vielschichtig. Ob es nur ein lockerer Lauf mit wenigen Kilometern ist oder ein langer Ultra – die Naturerlebnisse, neuen Eindrücke und intensiven Glücksmomente, die mir das Laufen abseits befestigter Wege bringt, sind unschlagbar. Der Moment, wenn du mit deiner eigenen Kraft einen Berg bezwungen hast und oben fassungslos vor Glück bist, diese Landschaft, die für alle Qualen und Anstrengungen entschädigt, die Abenteuerlust - es sind viele Dinge, die Trailrunning so wunderbar machen. Es gibt dieses großartige Gefühl von purer Freiheit und Unabhängigkeit auf dem Trail, nichts zählt mehr, nur der Augenblick, ich lebe dann einfach im Hier und Jetzt. Da ist dann plötzlich kein Platz mehr für all die negativen Gedanken und Probleme aus dem sonstigen Leben, für die permanente Hektik, der wir im Berufsleben häufig ausgesetzt sind. Du und die Natur – so einfach ist das dann.

 

 

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Wie viel davon kann man beim Laufcampus Trailrunningcamp auf Mallorca auch erleben?

Alles davon! Wir erlaufen uns traumhafte Trails in wunderbaren Landschaften, der Kopf wird frei, der Moment zählt, sonst nichts. Wir entfliehen dem Alltag gemeinsam in die Frühjahrssonne auf Mallorca und erleben Natur pur.

 

 

Heißt Trailrunning auf Mallorca eigentlich immer Gebirge oder wechseln sich die Trails auch mal ab?

Unsere Touren sind sehr abwechslungsreich. Wir laufen in drei verschiedenen Gebirgszügen der Insel, die Trails in der Tramuntana sind sehr felsig und anspruchsvoll, im Arta Gebirge dagegen laufen wir über weite Strecken direkt am Meer, müssen uns zwar sehr auf die Bodenbeschaffenheit konzentrieren, können aber das meiste tatsächlich laufen. Auch unsere Touren direkt vom Hotel aus, für die wir keinen Bus chartern, sind wunderschön, so laufen wir beispielsweise durch ein nahe gelegenes Naturschutzgebiet. Und wenn wir dort einen Nachtlauf mit Stirnlampe machen, wirkt die ganze Szenerie dann noch einmal komplett anders. Kurzum: Trailrunning auf Mallorca ist wahnsinnig abwechslungsreich.

 

 

 

Wer sollte kommen oder wer besser nicht? Ist Trailerfahrung Voraussetzung oder ist das Laufcamp auch für Neulinge geeignet?

Unser Camp ist unbedingt auch für Trail-Anfänger geeignet! Nicht für Laufanfänger, man sollte schon 90 Minuten, besser zwei Stunden locker am Stück laufen können, sonst hat man auf den langen Touren möglicherweise bald keinen Spaß mehr, weil man zu schnell an seine Grenzen kommt. Aber Trail-Erfahrung ist nicht notwendig, wir laufen in drei verschiedenen Leistungsgruppen, ich selbst bin immer hinten mit den eher langsamen Läufern und/oder Anfängern unterwegs, da machen wir viel zur Lauftechnik im Gebirge, üben das Bergablaufen langsam gemeinsam usw. 

 

 

Wird eigentlich nur gelaufen oder gibt es sonst noch Programm?

Im Mittelpunkt steht in unserem Camp natürlich das Laufen und wir laufen jeden Tag mindestens einmal. Doch ist das nicht alles - das macht sicher die Camps von Laufcampus auch so besonders. Schon vor dem Frühstück geht es los: Wir entwickeln gerade ein ganz neues Programm, mit dem wir fit und aktiv in den Tag starten. Da ist von Yoga/Kräftigung bis hin zum Barfußlauf am Strand vieles dabei. Nachmittags bieten wir verschiedene Trainings an, die für Läufer und gerade auch für Trailrunner  sehr wichtig sind, z. B. Lauf-ABC oder Athletiktraining. Abends gibt es dann noch Vorträge, z. B. zu Fragen der Ausrüstung, Navigation im Gelände und zur Trainingsplanung. Unsere Woche ist also sehr vielfältig und intensiv.

  

 

Klingt nach einer Menge. Wie sieht es denn mit Freizeit aus? Bleibt noch Zeit für ein gutes Buch?

Klar können die Teilnehmer sich auch mal mit einem guten Buch zurückziehen, wenn sie das möchten. Zunächst sind natürlich alle Programmpunkte nur Angebote, wem das alles zu viel wird, der lässt halt einfach mal eine Einheit am Nachmittag ausfallen und zieht sich stattdessen in den Wellnessbereich unseres Hotels zurück. Aber auch, wenn man alles mitmacht, bleibt Zeit in der Mittagspause. 

 

 

 

Und außerhalb von Mallorca? Was machst du noch in Sachen Laufen?

Ich bin versucht zu sagen, dass ich alles laufe, was mir in die Quere kommt... Nein, im Ernst, ich versuche, mir die Welt zu erlaufen und bin da nicht nur auf Trails festgelegt. Letzte Woche bin ich zum Beispiel den Marathon in Florenz gelaufen, ein wunderschöner Stadt-Marathon. Generell laufe ich gerne lang und weit, bin beispielsweise letztes beim Camí de Cavalls auf Menorca 100 Kilometer gelaufen. Mein nächstes ganz großes Ziel? Ich erfülle mir einen großen Traum und laufe durch die Wüste: 250 Kilometer in sechs Etappen Anfang Mai in Namibia. Ich bin jetzt schon aufgeregt.

 

 

Zum Abschluss: Nenn mir drei Gründe, warum man an diesem Trailrunningcamp auf Mallorca unbedingt mal teilnehmen sollte!

Mallorca hat so fantastische Trails, dass jeder Läufer/jede Läuferin diese unbedingt mal erlebt bzw. sich erlaufen haben sollte. Die Stimmung ist in unseren Camps außerdem immer ganz wunderbar - es gibt also auch ganz viel Spaß mit netten Leuten. Drittens und eigentlich erstens: Es geht hier eine ganze Woche lang um den schönsten Sport der Welt!

Und eigentlich sollte ich noch sagen: Weil wir den nettesten Barkeeper Mallorcas in unserem Hotel haben, der nach seiner Spätschicht morgens mit uns Sport macht...